Im Antrag steht eine Frage, die über alles andere entscheidet: Fehlen Ihnen Zähne, die nicht ersetzt sind? Sie ist der häufigste Ablehnungsgrund in dieser Sparte — und zugleich die Frage, bei der sich die Gesellschaften am stärksten unterscheiden. Von „gar nicht" bis „ohne Aufpreis mitversichert" ist alles vertreten.
Ein fehlender, nicht ersetzter Zahn ist für einen Versicherer kein abstraktes Risiko, sondern ein absehbarer Leistungsfall. Deshalb reagieren die Gesellschaften darauf so unterschiedlich: Ablehnung, Zuschlag, verlängerte Staffel oder Einschluss ohne Aufpreis.
In unserem Vergleich versichern 13 Gesellschaften fehlende Zähne ausdrücklich mit, 10 schließen sie ebenso ausdrücklich aus, bei den übrigen entscheidet der Einzelfall. Verschweigen ist in jedem Fall die schlechteste Option — es kostet im Leistungsfall den gesamten Schutz.
Nicht jede Lücke im Gebiss ist im Sinne des Antrags eine. Entscheidend ist, ob der Zahn ersetzt wurde — und drei Sonderfälle sind fast überall ausgenommen.
| Situation | Gilt als fehlender Zahn? |
|---|---|
| Zahn gezogen, Lücke offen | ja |
| Zahn durch Brücke, Implantat oder Prothese ersetzt | nein |
| Gezogener Weisheitszahn | nein, bei nahezu allen Gesellschaften |
| Vollständiger Lückenschluss, Nachbarzähne zusammengerückt | nein, in der Regel |
| Nie angelegter Zahn (Nichtanlage) | meist ja, oft mit eigenem Ausschluss |
| Überkronter oder wurzelbehandelter Zahn | nein, er ist vorhanden |
Ein vorhandener, aber sanierungsbedürftiger Zahn ist keine Lücke — er fällt unter eine andere Frage im Antrag, nämlich die nach angeratenen oder laufenden Behandlungen. Beide Fragen sind unabhängig voneinander, und beide müssen stimmen.
Der Antrag geht nicht durch, oft schon ab einem einzigen fehlenden Zahn. Häufig bei Tarifen mit scharfer Risikoprüfung und günstigem Beitrag — das eine bedingt das andere.
Sie werden angenommen und zahlen je fehlendem Zahn einen monatlichen Aufschlag. Einzelne Gesellschaften veröffentlichen die Zuschlagstabelle, was den Vergleich fair macht.
Der Beitrag bleibt gleich, dafür dauert es länger, bis die Erstattung unbegrenzt ist. Wer den Vertrag ohnehin über Jahrzehnte halten will, fährt damit oft am besten.
Die seltenste und stärkste Variante: Die Lücke wird mitversichert, ohne dass sich Beitrag oder Staffel ändern. Solche Tarife sind entsprechend gesucht.
Diese Gesellschaften weisen in ihren Unterlagen ausdrücklich aus, dass fehlende Zähne versicherbar sind. Entscheidend sind drei Zahlen: wie viele offene Lücken der Antrag verträgt, was jede davon monatlich kostet und welche Zähne bei der Zählung gar nicht erst mitgerechnet werden. Genau diese drei Werte stehen unten, abgeleitet aus den Bedingungen und Beitragstabellen der Häuser, Stand 12. September 2026.
| Anbieter | Antrag verträgt | Preis je Lücke | Zählt nicht mit |
|---|---|---|---|
| BarmeniaGothaer | ohne bezifferte Obergrenze | kein Aufpreis | nicht ausgewiesen |
| Münchener Verein | 1 Lücke | kein Aufpreis | Weisheitszähne, Milchzähne, geschlossene Lücken |
| Württembergische | ohne bezifferte Obergrenze | Aufpreis möglich, Höhe nicht veröffentlicht | nicht ausgewiesen |
| HanseMerkur | 3 Lücken | 3,00 € bis 6,00 € je Zahn und Monat | nicht ausgewiesen |
| ARAG | 3 Lücken | +20 % auf den Beitrag, je Zahn | nicht ausgewiesen |
| uniVersa | ohne bezifferte Obergrenze | kein Aufpreis — es wird nicht gefragt | nicht ausgewiesen |
| UKV | 3 Lücken | 6,10 € bis 10,90 € je Zahn und Monat | Weisheitszähne, Milchzähne |
| Hallesche | ohne bezifferte Obergrenze | Staffelbudget minus 75 % | nicht ausgewiesen |
| Concordia | 4 Lücken | 9,00 € bis 18,00 € je Zahn und Monat | Weisheitszähne, Milchzähne, noch nicht durchgebrochene Zähne |
| Provinzial | 3 Lücken | 6,10 € bis 10,90 € je Zahn und Monat | Weisheitszähne, Milchzähne |
| Advigon | 3 Lücken | 2,50 € bis 6,00 € je Zahn und Monat | nicht ausgewiesen |
| MAXCARE | 1 Lücke | kein Aufpreis | nicht ausgewiesen |
| Bayerische Beamtenkrankenkasse | 3 Lücken | 6,10 € bis 10,90 € je Zahn und Monat | Weisheitszähne, Milchzähne |
Wichtig beim Lesen dieser Tabelle: „Versicherbar" heißt nicht automatisch „die vorhandene Lücke wird geschlossen und bezahlt". Die meisten Gesellschaften nehmen Sie mit Lücke an und versichern damit Ihre künftigen Behandlungen — die Versorgung der bereits bestehenden Lücke ist häufig trotzdem ausgeschlossen. Ob der konkrete Zahn erstattungsfähig ist, gehört vor der Unterschrift schriftlich geklärt, denn im Leistungsfall entscheidet allein der Wortlaut der Bedingungen.
Rechnen Sie den Aufpreis außerdem auf die Laufzeit hoch, bevor Sie ihn als klein abtun. Zehn Euro im Monat summieren sich über zwanzig Jahre auf 2.400 €. Das ist die Größenordnung einer einzelnen Versorgung — und genau deshalb lohnt der Blick darauf, wie viele Zähne der Aufpreis im Gegenzug absichert. Für ein vorgeschädigtes Gebiss mit mehreren wackeligen Kronen kann er sich tragen, für einen einzelnen Backenzahn in einem sonst gesunden Mund eher nicht.
Bei diesen Gesellschaften steht der Ausschluss klar in den Bedingungen. Das ist keine Schwäche der Tarife, sondern der Preis für ihren Beitrag: Wer kein Zusatzrisiko aufnimmt, kann günstiger kalkulieren.
Der Ausschluss kommt dabei in zwei Bauarten vor, und der Unterschied ist für Sie erheblich. Entweder scheitert schon der Antrag — dann bekommen Sie gar keinen Vertrag. Oder der Vertrag kommt zustande und nur die Lücke bleibt außen vor — dann sind wenigstens die übrigen Zähne geschützt. Welche Bauart gilt, steht in der dritten Spalte.
| Anbieter | Prüfung im Antrag | So wirkt der Ausschluss | Zählt nicht mit |
|---|---|---|---|
| DFV | Fragen im Antrag | Vertrag kommt zustande, die Lücke bleibt ohne Leistung | nicht ausgewiesen |
| die Bayerische | Fragen im Antrag | Vertrag kommt zustande, die Lücke bleibt ohne Leistung | nicht ausgewiesen |
| SDK | Fragen im Antrag | Vertrag kommt zustande, die Lücke bleibt ohne Leistung | nicht ausgewiesen |
| NÜRNBERGER | Fragen im Antrag | Vertrag kommt zustande, die Lücke bleibt ohne Leistung | nicht ausgewiesen |
| R+V | keine Fragen | Vertrag kommt zustande, die Lücke bleibt ohne Leistung | nicht ausgewiesen |
| Janitos | Fragen im Antrag | Antrag wird abgelehnt | Weisheitszähne, geschlossene Lücken |
| HUK-COBURG | keine Fragen | Vertrag kommt zustande, die Lücke bleibt ohne Leistung | Weisheitszähne, geschlossene Lücken |
| VRK | nur in Teilen der Serie | Vertrag kommt zustande, die Lücke bleibt ohne Leistung | nicht ausgewiesen |
| Mecklenburgische | Fragen im Antrag | Vertrag kommt zustande, die Lücke bleibt ohne Leistung | Weisheitszähne, geschlossene Lücken |
| SONO | Fragen im Antrag | Antrag wird abgelehnt | Weisheitszähne |
Bei den übrigen 24 Gesellschaften im Vergleich entscheidet die Gesundheitsprüfung im Einzelfall. Dort lohnt eine Voranfrage, bevor ein Antrag gestellt wird — eine dokumentierte Ablehnung kann bei anderen Häusern später Rückfragen auslösen.
Ganz ohne Anhaltspunkt ist diese Gruppe allerdings nicht. 4 Häuser nennen trotz Einzelfallentscheidung eine harte Kante oder einen Aufpreis:
| Anbieter | Antrag verträgt | Preis je Lücke |
|---|---|---|
| SIGNAL IDUNA | nicht beziffert | Aufpreis möglich, Höhe nicht veröffentlicht |
| Generali | nicht beziffert | Aufpreis möglich, Höhe nicht veröffentlicht |
| vigo | 2 Lücken | kein Aufpreis — es wird nicht gefragt |
| Envivas | 3 Lücken | Aufpreis möglich, Höhe nicht veröffentlicht |
Ein naheliegender Gedanke: Wenn niemand fragt, ist die Lücke kein Problem. So einfach ist es nicht. Diese Gesellschaften verzichten auf die Risikoprüfung:
Hinter jedem dieser Einträge steht dieselbe Mechanik: Der Verzicht auf die Frage ist kein Verzicht auf die Grenze, sie rutscht nur an eine andere Stelle des Vertrags. Was bei Vertragsschluss bereits fehlt und nicht ersetzt ist, bleibt vom Leistungsumfang ausgenommen — Sie bekommen also den Vertrag ohne Prüfung, aber nicht die Erstattung für genau die Lücke, wegen der Sie ihn abschließen. Sinnvoll sind diese Tarife deshalb für den Schutz der übrigen Zähne, und das kann bei einem vorgeschädigten Gebiss sehr viel wert sein.
Es fällt nicht sofort auf — aber es fällt auf. Im Leistungsfall fordert der Versicherer routinemäßig die Behandlungsunterlagen der Praxis an. Aus dem Zahnschema und den Abrechnungsdaten ist eindeutig ersichtlich, seit wann ein Zahn fehlt. Wurde er vor Vertragsschluss gezogen und im Antrag nicht angegeben, liegt eine Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht vor.
Die Folgen sind gestaffelt und im Versicherungsvertragsgesetz geregelt: Der Versicherer kann vom Vertrag zurücktreten, ihn kündigen, rückwirkend anpassen oder anfechten. In allen Varianten steht am Ende, dass für die konkrete Behandlung nicht geleistet wird — und je nach Fall auch die bisherigen Beiträge nicht zurückkommen. Gemessen daran ist eine Ablehnung im Antragsverfahren das deutlich kleinere Übel: Sie kostet nichts außer Zeit.
Sagen Sie uns, wie viele Zähne fehlen und ob eine Versorgung geplant ist. Wir prüfen, welche Gesellschaften in Ihrem Fall realistisch annehmen, klären Zuschläge vorab und holen die verbindlichen Angebote ein — ohne dass eine Ablehnung in Ihren Unterlagen landet.
Ein Zahn, der nicht mehr vorhanden und nicht ersetzt ist — also weder durch Krone, Brücke, Implantat noch Prothese versorgt. Weisheitszähne zählen bei nahezu allen Gesellschaften nicht mit, weil sie bei einem großen Teil der Bevölkerung gar nicht angelegt oder früh entfernt sind. Auch ein vollständiger Lückenschluss, bei dem die Nachbarzähne zusammengerückt sind, gilt in der Regel nicht als fehlender Zahn.
Weil eine bestehende Lücke ein bekanntes, konkret bezifferbares Risiko ist. Sie wird irgendwann versorgt, und eine Brücke oder ein Implantat kostet vier- bis fünfstellig. Anders als bei einer allgemeinen Gesundheitsfrage muss der Versicherer hier nichts schätzen — er sieht den künftigen Leistungsfall direkt vor sich. Deshalb ist die Zahl fehlender Zähne der mit Abstand häufigste Ablehnungsgrund.
Der Versicherer kann die Leistung verweigern und vom Vertrag zurücktreten, auch Jahre später. Im Leistungsfall fordert er regelmäßig die Behandlungsunterlagen der Praxis an, und aus dem Zahnschema ist eindeutig ersichtlich, seit wann ein Zahn fehlt. Eine ehrliche Angabe kostet im schlimmsten Fall eine Ablehnung — eine falsche kostet den gesamten Versicherungsschutz, und zwar rückwirkend.
Wo Gesellschaften mit Zuschlägen arbeiten, liegen sie üblicherweise zwischen einigen wenigen Euro und einem niedrigen zweistelligen Betrag je fehlendem Zahn und Monat. Einzelne Häuser veröffentlichen die Zuschlagstabelle sogar, was den Vergleich erleichtert. Rechnen Sie den Zuschlag immer auf die gesamte erwartete Vertragsdauer hoch — über zwanzig Jahre kann er den Preis einer Brücke erreichen.
Ja, einige Gesellschaften verzichten vollständig auf die Risikoprüfung. Der Verzicht hat allerdings einen Preis: Diese Tarife schließen Zähne, die bei Vertragsschluss bereits fehlen und nicht ersetzt sind, ausdrücklich vom Leistungsumfang aus, und sie schließen laufende oder angeratene Behandlungen ebenfalls aus. Sie bekommen also den Vertrag, aber nicht die Leistung für die vorhandene Lücke.
Nein. Die Bandbreite im Markt ist erheblich: Manche Gesellschaften lehnen ab einem fehlenden Zahn ab, andere nehmen bis zu drei oder vier Lücken an, einige versichern sie ohne Aufpreis mit, und wieder andere koppeln die Annahme an eine verlängerte Staffel. Bei einer einzelnen Lücke ist die Auswahl noch groß — ab drei fehlenden Zähnen wird sie deutlich kleiner.
Ja, wenn Sie die Behandlung selbst zahlen. Ein versorgter Zahn ist kein fehlender Zahn mehr, und bereits überkronte oder mit Brücke versorgte Zähne sind bei den allermeisten Tarifen regulär mitversichert. Wichtig ist die Reihenfolge: erst versorgen lassen, dann beantragen. Ist die Versorgung nur geplant, gilt sie als angeratene Maßnahme und ist ausgeschlossen.
Ein Mittelweg zwischen Annahme und Ablehnung: Der Versicherer nimmt Sie an, verlängert aber den Zeitraum, in dem die Erstattung noch gedeckelt ist. Sie sind also versichert, kommen aber später in die unbegrenzte Leistung als jemand ohne Lücke. Für Menschen, die den Vertrag langfristig halten wollen, ist das oft die fairste Konstruktion.