Was ein Zahntarif abdeckt, zerfällt in sechs Leistungsbereiche. Diese Übersicht zeigt je Bereich, was hineinfällt und wie weit die 143 verglichenen Tarife auseinanderliegen — von der Prozentzahl bis zum Jahresbudget in Euro.
Fast jede Tarifwerbung betont denselben Block — den Zahnersatz. Die Auswertung zeigt aber, dass die Unterschiede zwischen zwei Tarifen viel häufiger in den anderen fünf Blöcken liegen: bei der Zahnbehandlung, beim Prophylaxebudget und vor allem bei der Kieferorthopädie, die 33 Tarife gar nicht führt. Wer Tarife nur über den Zahnersatz-Prozentsatz vergleicht, vergleicht den Teil, in dem sie sich am ähnlichsten sind.
Die Reihenfolge der Tabelle folgt dem Geldrisiko, nicht der Häufigkeit. Ganz oben steht der Block mit den größten Einzelbeträgen, ganz unten der mit den seltensten Zusagen. Jede Zeile führt zum ausführlichen Abschnitt weiter unten.
| Leistungsbereich | Was typischerweise hineinfällt | Wie der Bestand ihn belegt |
|---|---|---|
| Zahnersatz | Krone, Brücke, Teil- und Vollprothese, Implantat samt Aufbau, Verblendungen, Inlays als Einlagefüllung sowie die zugehörigen Material- und Laborkosten. | Erstattungssätze von 30 bis 100 Prozent; 13 Tarife führen diesen Block gar nicht. |
| Zahnbehandlung und Zahnerhalt | Alles, was den eigenen Zahn rettet: Wurzelbehandlung mit moderner Technik, Parodontosebehandlung samt Nachsorge, hochwertige Füllungen, Schienen bei Bruxismus. | Sätze von 50 bis 100 Prozent, 84 Tarife erstatten voll; 11 Tarife schließen den Block aus. |
| Prophylaxe | Professionelle Zahnreinigung, Fluoridierung, Fissurenversiegelung und Beratung zur Mundhygiene — die einzige Gruppe, die planbar jedes Jahr abgerufen wird. | 88 Tarife nennen ein Jahresbudget zwischen 50 € und 550 €. |
| Kieferorthopädie | Feste Spange, herausnehmbare Geräte, Alignerschienen, Retention nach Behandlungsende — bei Kindern der größte Einzelposten, bei Erwachsenen der seltenste Leistungsfall. | Höchstsummen von 250 € bis 8.000 €; 33 Tarife verzichten vollständig darauf. |
| Schmerzausschaltung | Vollnarkose, Sedierung, Lachgas und vergleichbare Verfahren, die eine Behandlung überhaupt erst möglich machen — Kassenleistung nur in eng umrissenen Ausnahmen. | 4 Tarife nennen ein Verfahren dieser Gruppe ausdrücklich im Leistungstext. |
| Funktionsanalyse | Instrumentelle Diagnostik am Kiefergelenk, adjustierte Schienen, Nachjustierung — der jüngste der sechs Blöcke und der am seltensten ausformulierte. | 5 Tarife führen die Funktionsanalyse wörtlich, 15 Tarife nennen zumindest die Schiene. |
Gezählt sind alle hinterlegten Tarifstufen. Ein Block gilt als belegt, wenn die Leistungsangabe des Tarifs ihn beziffert oder namentlich führt — fehlt eine Angabe, wird sie nicht ergänzt und nicht geschätzt. Was die Fachbegriffe in diesen Angaben bedeuten, steht unter Was ist eine Zahnzusatzversicherung?.
Dieser Block trägt die größten Einzelbeträge und ist deshalb das Aushängeschild jedes Tarifs. Statt der einzelnen Prozentstufen zeigt die folgende Dreiteilung, wie sich der Markt tatsächlich verteilt — und dass die vermeintliche Vielfalt auf wenige Niveaus zusammenfällt.
| Niveau beim Zahnersatz | Tarife | Anteil |
|---|---|---|
| bis 75 Prozent | 36 | 25 % |
| 80 bis 89 Prozent | 19 | 13 % |
| ab 90 Prozent | 75 | 52 % |
| ohne eigene Zahnersatzleistung Ergänzungs- und Vorsorgebausteine, die andere Blöcke abdecken | 13 | 9 % |
Die Prozentzahl allein sagt allerdings noch nicht, wie viel Geld ankommt. Dazwischen steht die Bezugsgröße, auf die der Satz angewendet wird, und sie unterscheidet sich von Haus zu Haus. Welche drei Bauarten am Markt vorkommen und welche davon Ihnen ein gut geführtes Bonusheft tatsächlich gutschreibt, steht ausführlich unter Zahnzusatzversicherung Zahnersatz. Die Einzelfälle sind dort verlinkt — Krone und Implantat sind die beiden, an denen sich die Unterschiede am deutlichsten in Euro übersetzen.
Der Zahnerhalt ist der stillste und zugleich der am häufigsten abgerufene Block: Er betrifft alles, was den eigenen Zahn im Mund hält, statt ihn zu ersetzen. Bemerkenswert ist die Verteilung — 84 Tarife erstatten hier voll, also deutlich mehr als beim Zahnersatz. Die Häuser verschenken damit wenig: Eine Wurzelbehandlung kostet ein Bruchteil dessen, was ein Implantat kostet, und verhindert es im besten Fall.
Welche Einzelleistungen ein Tarif in diesem Block ausdrücklich beim Namen nennt, ist der zuverlässigste Hinweis darauf, was er wirklich trägt. Die Zählung geht über alle Leistungsangaben der 143 Tarifstufen:
| Einzelleistung | Tarife, die sie ausdrücklich führen | Nachzulesen |
|---|---|---|
| Inlays und Onlays | 44 31 % der Tarife | Füllungen und Inlays |
| Parodontosebehandlung | 30 21 % der Tarife | Parodontose |
| Kunststoff- und Einlagefüllungen | 29 20 % der Tarife | Füllungen |
| Wurzelbehandlung | 27 19 % der Tarife | Wurzelbehandlung |
| Implantate | 21 15 % der Tarife | Implantat |
| Schienen gegen das Knirschen | 15 10 % der Tarife | CMD und Bruxismus |
Eine niedrige Zahl bedeutet nicht zwingend, dass die Leistung fehlt — manche Häuser fassen den Block pauschal zusammen, statt einzelne Maßnahmen aufzuzählen. Sie bedeutet aber, dass die Zusage in diesem Tarif nicht im Datenblatt steht und im Bedingungswerk gesucht werden muss.
Prophylaxe ist der einzige Block, der planbar jedes Jahr Geld zurückbringt, und zugleich der mit der größten relativen Streuung: Zwischen dem kleinsten und dem größten Jahresbudget liegt im Vergleich der Faktor 11,0. Am unteren Ende steht Continentale StartZahn mit 50 €, am oberen Concordia ZAHN SORGLOS (Tarife ZT, ZB und ZAHN PLUS) mit 550 € je Jahr.
Daneben gibt es eine dritte Bauart, die sich nicht in Euro ausdrücken lässt: 16 Tarife verzichten auf eine Betragsgrenze und begrenzt stattdessen die Zahl der Sitzungen — oder auch das nicht. Und 10 Tarife schließen den Block ausdrücklich aus. Wie viele Reinigungen ein bestimmtes Budget tatsächlich trägt und ab welcher Sitzungszahl es den Beitrag zurückholt, rechnet der Ratgeber Zahnzusatzversicherung mit Zahnreinigung durch.
Ein hohes Jahresbudget fühlt sich nach viel Leistung an, weil es sichtbar und regelmäßig ausgezahlt wird. Gemessen am Risiko ist es der kleinste der sechs Blöcke: Der Unterschied zwischen zwei Prophylaxebudgets bewegt sich im zweistelligen, der zwischen zwei Zahnersatzsätzen im vierstelligen Bereich. Beides gehört gewichtet, nicht addiert.
Kein Block spaltet den Markt so deutlich. 33 Tarife führen Kieferorthopädie überhaupt nicht, und unter den übrigen reichen die Höchstsummen von 250 € bis 8.000 € — das ist der größte Abstand aller sechs Bereiche. Die Spitzenwerte stammen von Concordia ZAHN SORGLOS (Tarife ZT, ZB und ZAHN PLUS).
Entscheidend ist hier jedoch nicht die Summe, sondern eine Bedingung: Leistet der Tarif auch dann, wenn die gesetzliche Kasse wegen einer niedrigen Einstufung gar nichts beisteuert? 11 Tarife sagen das ausdrücklich zu. Für Erwachsene verengt sich das Feld noch einmal: 6 Tarife leisten ohne die sonst übliche Bedingung, dass ein Unfall vorausgegangen sein muss.
Diese beiden Blöcke sind die jüngsten und die am dünnsten belegten. Nur 4 Tarife nennen ein Verfahren der Schmerzausschaltung ausdrücklich, und 5 Tarife führen die instrumentelle Funktionsanalyse wörtlich. Etwas besser sieht es bei der Schiene aus, die als Behandlungsmittel bei beiden Themen auftaucht: 15 Tarife nennen sie beim Namen.
Aus dieser Dünnheit folgt eine praktische Regel: In beiden Bereichen entscheidet nicht der Erstattungssatz, sondern ob die Leistung überhaupt im Katalog steht. Steht sie nicht dort, hilft auch ein Spitzentarif nicht weiter. Was die Kasse bei Kiefergelenksbeschwerden trägt und wo sie endet, steht unter CMD und Zähneknirschen; welche Häuser Narkose und Sedierung tragen, unter Zahnzusatzversicherung für Angstpatienten.
Diese Tabelle fasst die Auswertung in einer einzigen Frage zusammen: Wie weit liegen der schwächste und der stärkste belegte Wert je Bereich auseinander? Der Faktor rechts ist die eigentliche Auskunft — er zeigt, wo sich Vergleichen lohnt und wo der Markt weitgehend einig ist.
| Leistungsbereich | Schwächster belegter Wert | Stärkster belegter Wert | Abstand |
|---|---|---|---|
| Zahnersatz, Erstattungssatz | 30 % | 100 % | 3,3-fach |
| Zahnbehandlung, Erstattungssatz | 50 % | 100 % | 2,0-fach |
| Prophylaxe, Jahresbudget | 50 € | 550 € | 11,0-fach |
| Kieferorthopädie, Höchstsumme | 250 € | 8.000 € | 32,0-fach |
| Grenze im ersten Vertragsjahr | 250 € | 1.750 € | 7,0-fach |
Zwei Ergebnisse stechen heraus. Erstens ist der Zahnersatz, über den fast ausschließlich geworben wird, der Bereich mit dem geringsten Abstand — die Häuser liegen hier vergleichsweise dicht beieinander. Zweitens entscheidet sich der größte Teil des Unterschieds in den Budgets, nicht in den Prozentsätzen. Wer zwei Angebote nebeneinanderlegt, sollte deshalb zuerst die Eurobeträge vergleichen und erst danach die Prozentzahlen.
Welche dieser Leistungen in Ihrem Alter zu welchem Beitrag zu haben sind, rechnet der Tarifvergleich aus; tagesaktuelle Beiträge samt Abschlussmöglichkeit liefert der Beitragsrechner. Je Gesellschaft stehen alle Stufen mit vollständiger Leistungsangabe im Anbieterverzeichnis. Welche Prüfpunkte vor der Unterschrift zu klären sind, listet worauf achten; einzelne Detailfragen beantwortet die Sammlung unter Häufige Fragen.
Der Markt gliedert die Leistungen in sechs Blöcke: Zahnersatz, Zahnbehandlung und Zahnerhalt, Prophylaxe, Kieferorthopädie, Schmerzausschaltung und Funktionsanalyse. Kein Tarif füllt alle sechs gleich stark aus — die Unterschiede innerhalb eines Blocks sind größer als die zwischen den Blöcken.
Günstige Tarife konzentrieren sich meist auf den Zahnersatz und lassen die übrigen Blöcke dünn: niedrigerer Erstattungssatz, kleines oder gar kein Prophylaxebudget, Kieferorthopädie nicht enthalten. Im Vergleich führen 33 Tarife überhaupt keine kieferorthopädische Leistung und 10 keine Prophylaxe.
Meist ein festes Jahresbudget. Im Vergleich sind Beträge zwischen 50 € und 550 € hinterlegt; 16 Tarife verzichten ganz auf eine Betragsgrenze und begrenzen stattdessen die Zahl der Sitzungen oder gar nichts.
Fast immer, aber nicht als eigener Block: Das Implantat läuft im Zahnersatz mit und wird zu dessen Erstattungssatz abgerechnet. Zusätzliche Grenzen tauchen trotzdem auf — etwa eine Höchstzahl je Kiefer oder ein eigener Betrag je Implantat. Sie stehen nicht im Datenblatt, sondern im Bedingungswerk.
Der Erstattungssatz gilt ab Vertragsbeginn, die Auszahlung ist in den ersten Jahren aber gedeckelt. Für das erste Vertragsjahr sind im Vergleich Beträge von 250 € bis 1.750 € hinterlegt. Ausgenommen sind bei vielen Häusern unfallbedingte Behandlungen.
Der Beitrag, nicht die Leistung. Erstattungen selbst sind kein steuerpflichtiger Zufluss, mindern aber den Betrag, den Sie als außergewöhnliche Belastung geltend machen können. Wo der Beitrag einzutragen ist, steht im Ratgeber zur Steuererklärung.
Sagen Sie uns, welcher der sechs Blöcke in Ihrem Fall zählt. Wir stellen die Tarife nebeneinander, die genau dort stark sind, und prüfen vorab, ob die Annahme realistisch ist — kostenlos und ohne Vertreterbesuch.