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Ratgeber Erwachsene

Zahnzusatzversicherung für die Zahnspange als Erwachsener

Ab 18 zahlt die gesetzliche Kasse bei Kieferorthopädie praktisch nichts mehr — und die meisten Zahntarife tun es ihr gleich. Nur 5 der verglichenen Tarife erstatten auch bei Erwachsenen, ohne einen Unfall zur Voraussetzung zu machen. Hier stehen sie mit Erstattung, Höchstsumme und Beitrag.

Welche Zahnzusatzversicherung zahlt die Zahnspange für Erwachsene?

Entscheidend ist nicht, ob ein Tarif Kieferorthopädie erwähnt — fast alle tun das —, sondern für wen. Die folgenden Tarife nennen Erwachsene ausdrücklich und verlangen dafür keinen Unfall als Ursache.

Tarif Leistung für Erwachsene Beitrag mit 40monatlich
Concordia Zahnersatz inkl. Zahnbehandlung (Tarife ZT und ZB) 80 % Erstattung, höchstens 2.000 € 21,47 €
Concordia ZAHN SORGLOS (Tarife ZT, ZB und ZAHN PLUS) 100 % Erstattung, höchstens 8.000 € 35,75 €
ARAG Dent100 90 % Erstattung, ohne bezifferte Obergrenze 37,36 €
Münchener Verein ZahnGesund 100 65 % Erstattung, höchstens 2.500 € 44,90 €
MAXCARE Exklusiv100 (ZahnGesund 100) 65 % Erstattung, höchstens 2.500 € 44,90 €
LVM ZahnPremium nur direkt beim Versicherer abschließbar 100 % Erstattung, höchstens 2.000 € nicht veröffentlicht

Leistungsangaben und Beiträge aus den Unterlagen der Gesellschaften, Stand 12. September 2026. Für Ihr Eintrittsalter rechnet der Tarifvergleich die Beiträge neu.

Warum die meisten Tarife nur nach einem Unfall zahlen

Bei ARAG, BarmeniaGothaer, DKV, Hallesche steht Kieferorthopädie zwar in den Bedingungen, für Erwachsene aber unter einer Bedingung: Die Fehlstellung muss Folge eines Unfalls sein. Der Hintergrund ist kalkulatorisch — eine Zahnspange im Erwachsenenalter ist planbar, und planbare Leistungen ziehen genau jene Antragsteller an, die sie kurz darauf in Anspruch nehmen. Für Sie heißt das: Eine ästhetisch oder funktionell begründete Korrektur fällt dort heraus, auch wenn im Tarifblatt eine hohe Prozentzahl steht.

Was kostet eine Zahnspange im Erwachsenenalter?

BehandlungKostenKasseIhr Anteil
Feste Zahnspange (Metallbrackets) 3.000 € – 8.000 € nur ab KIG 3, unter 18 Jahren bei KIG 1–2: 100 %
Aligner-Schienen (unsichtbare Korrektur) 3.500 € – 6.500 € 0 € 100 %

Die Spanne erklärt, warum die Höchstsumme eines Tarifs wichtiger ist als sein Prozentsatz. Ein Tarif, der hundert Prozent bis 2.000 Euro erstattet, deckt eine Alignerbehandlung am oberen Ende der Spanne zu weniger als der Hälfte. Umgekehrt bringt eine hohe Maßnahmengrenze auch bei achtzig Prozent mehr Geld. Beide Werte stehen in der Tabelle oben nebeneinander — bewusst, weil sie nur zusammen eine Aussage ergeben.

Wann Sie abschließen müssen, damit es zählt

Kieferorthopädie im Erwachsenenalter beginnt fast immer mit einem Beratungstermin, und genau dieser Termin ist der kritische Punkt. Ab dem Moment, in dem eine Fehlstellung festgestellt und eine Behandlung erörtert wurde, gilt sie als angeraten — und angeratene Maßnahmen sind vom Schutz ausgenommen. Wer den Gedanken an eine Spange auch nur erwägt, schließt deshalb vorher ab, nicht nachher. Was in der Zwischenzeit noch möglich ist, steht unter laufende Behandlung.

Ein Detail, das Erwachsene oft übersehen

Viele Tarife begrenzen die Kieferorthopädie nicht nur je Jahr, sondern über die gesamte Vertragslaufzeit. Eine zweite Korrektur Jahre später — etwa nach einem Rückfall ohne konsequent getragenen Retainer — ist dann nicht mehr gedeckt, selbst wenn der Vertrag weiterläuft. Prüfen Sie daher, ob die Grenze je Maßnahme oder je Vertrag gilt.

Und wenn es um Kinder geht?

Dann gelten völlig andere Regeln: Die Kasse zahlt ab der kieferorthopädischen Indikationsgruppe 3, bei den Stufen 1 und 2 zahlt sie nichts, und die Tarife arbeiten mit eigenen Budgets für die ersten Vertragsjahre. Das ist im Ratgeber zur Zahnzusatzversicherung für Kinder im Detail aufgeschlüsselt. Wer beides braucht — Schutz für sich und für das Kind —, findet unter die beste Zahnzusatzversicherung die Gegenüberstellung nach Ausgangslage.

Häufige Fragen zur Zahnspange für Erwachsene

Zahlt eine Zahnzusatzversicherung die Zahnspange für Erwachsene?

Nur wenige Tarife tun das ohne weitere Bedingung. Im Vergleich leisten 5 Tarife auch Erwachsenen gegenüber, darunter Concordia und ARAG und Münchener Verein. Alle übrigen Tarife mit Kieferorthopädie begrenzen die Leistung auf Kinder oder verlangen einen Unfall als Ursache.

Was zahlt die gesetzliche Kasse bei Erwachsenen für eine Zahnspange?

In aller Regel nichts. Kieferorthopädie ist bei gesetzlich Versicherten eine Leistung für Kinder und Jugendliche. Für Erwachsene gibt es nur eine eng gefasste Ausnahme: eine schwere Kiefer- oder Zahnfehlstellung, die eine kombinierte kieferorthopädisch-chirurgische Behandlung erfordert.

Ist Invisalign in einer Zahnzusatzversicherung enthalten?

Das hängt nicht am Markennamen, sondern daran, ob der Tarif kieferorthopädische Behandlungen bei Erwachsenen überhaupt erstattet und ob er Aligner als erstattungsfähige Methode führt. Wo er das tut, gilt der übliche Prozentsatz bis zur Höchstsumme des Tarifs.

Kann ich die Versicherung abschließen, wenn der Kieferorthopäde schon beraten hat?

Dann ist die Maßnahme angeraten und damit vom Schutz ausgenommen. Das gilt auch, wenn noch kein Behandlungsplan unterschrieben ist. Der Abschluss muss vor dem ersten Beratungstermin liegen, nicht vor dem Behandlungsbeginn.

Lohnt sich die Versicherung für eine Zahnspange im Erwachsenenalter überhaupt?

Gerechnet wird gegen die Höchstsumme, nicht gegen den Prozentsatz. Liegt die Grenze bei 2.000 Euro und die Behandlung bei 5.000 Euro, bleibt ein erheblicher Eigenanteil. Tarife mit hoher Maßnahmengrenze sind deshalb die einzigen, bei denen sich der Abschluss allein wegen der Spange rechnet.

Zahnspange geplant — aber noch kein Termin vereinbart?

Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Wir prüfen, welcher der wenigen Tarife mit Erwachsenen-Kieferorthopädie zu Ihrem Gebiss passt, und klären die Annahme vorab mit der Gesellschaft.

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