Ein lückenhaftes Bonusheft senkt den Zuschuss Ihrer Krankenkasse — das ist die kleinere Hälfte des Problems. Die größere entscheidet sich im Tarif: Ein Teil der Verträge fängt den Ausfall vollständig auf, ein anderer reicht ihn weiter, und 5 Gesellschaften senken obendrein den eigenen Erstattungssatz, wenn der Nachweis fehlt.
Versichern lassen können Sie sich ohne Bonusheft überall. Teuer wird es nur dort, wo der Tarif seinen Prozentsatz erst auf den Betrag anwendet, der nach der Kasse offen bleibt — oder wo er den Prozentsatz selbst an den Vorsorgenachweis knüpft. Wer sein Heft nicht zuverlässig führt, sucht deshalb einen Tarif, der auf die Rechnungssumme rechnet und den Nachweis gar nicht erst verlangt.
Der Verlust ist kein Prozentsatz Ihrer Rechnung, sondern ein fester Eurobetrag je Befund — und er fällt sehr unterschiedlich aus, je nachdem, was gemacht wird. Die Spalten zeigen, was Ihnen gegenüber der ungeschmälerten Kassenleistung fehlt: einmal gegenüber der Fünfjahresstufe, einmal gegenüber der Zehnjahresstufe. Wie diese Stufen zustande kommen und was ein versäumtes Kalenderjahr auslöst, ist im Ratgeber zum Festzuschuss für Zahnersatz aufgeschlüsselt.
| Befund | Versorgung | Fehlbetrag gegenüber 5 Jahren | Fehlbetrag gegenüber 10 Jahren |
|---|---|---|---|
| 1.1 | Vollkrone an einem Zahn | 39,84 € | 59,76 € |
| 1.2 | Teilkrone | 45,73 € | 68,59 € |
| 2.1 | Einzelzahnlücke (dreigliedrige Brücke) | 92,16 € | 138,24 € |
| 2.7 | Verblendung eines Brückenankers | 13,25 € | 19,87 € |
| 3.1 | Lücken mit mehr als vier fehlenden Zähnen | 95,22 € | 142,82 € |
| 4.1 | Restzahnbestand Oberkiefer (bis 3 Zähne) | 99,48 € | 149,22 € |
| 4.2 | Vollprothese Oberkiefer | 96,08 € | 144,12 € |
| 4.4 | Vollprothese Unterkiefer | 102,96 € | 154,44 € |
Errechnet aus den befundbezogenen Festzuschüssen 2026, Beschluss vom 5. Dezember 2025. Pro Versorgung bewegt sich der Ausfall damit im zweistelligen bis knapp dreistelligen Bereich — spürbar, aber allein noch kein Grund, den Tarif zu wechseln. Der zweite Hebel wiegt schwerer.
Rechnen wir denselben Fall viermal durch: eine Vollzirkonkrone auf einem Backenzahn, Rechnungsbetrag 764,00 € — der mittlere Wert der im Bestand geführten Preisspanne von 565 € bis 963 €. Der Befund ist derselbe, der Zahnarzt ist derselbe, nur die Bauart des Tarifs unterscheidet sich. Die letzte Spalte ist die Antwort auf die Frage dieser Seite.
| Bauart des Tarifs | Ihr Eigenanteil mit Bonusheft5 Jahre | Ihr Eigenanteil ohne Bonusheft | Der fehlende Bonus kostet Sie |
|---|---|---|---|
| Voller Satz auf die Rechnungssumme, Kassenanteil darin verrechnet | 0,00 € | 0,00 € | nichts |
| 70 Prozent auf die Rechnungssumme, Kassenanteil darin verrechnet | 229,20 € | 229,20 € | nichts |
| 70 Prozent auf den Betrag, der nach der Kasse offen bleibt | 145,54 € | 157,49 € | 11,95 € |
| Satz am Bonusheft: 90 Prozent mit Nachweis, 80 Prozent ohne | 76,40 € | 152,80 € | 76,40 € |
Der Grund für die erste Zeile ist eine Rechenregel, die man selten ausgesprochen bekommt: Wendet ein Tarif seinen Satz auf die gesamte Rechnung an und zieht den Kassenanteil erst danach ab, dann wächst seine eigene Zahlung automatisch um exakt den Betrag, den die Kasse weniger überweist. Der Ausfall von 39,84 € landet dort beim Versicherer, nicht bei Ihnen — und zwar ohne dass irgendwo „Bonusheft" in den Bedingungen stehen müsste. Diese Bauart ist damit der stillste und wirksamste Schutz gegen ein lückenhaftes Heft.
Umgekehrt in der dritten Zeile: Setzt der Tarif erst an, wenn die Kasse fertig ist, vergrößert der fehlende Bonus die Grundlage, auf die er rechnet — und von dieser Vergrößerung tragen Sie genau den Anteil, den der Tarif nicht abdeckt. Bei siebzig Prozent sind das dreißig Prozent des Ausfalls, also 11,95 €. Die vierte Zeile schließlich zeigt den Fall, der alles andere in den Schatten stellt: Dort fallen nicht Festbeträge weg, sondern Prozentpunkte auf die volle Rechnungssumme.
Im Vergleich beschreiben 9 Gesellschaften ihre Zahnersatzleistung ausdrücklich als Satz auf die Rechnungssumme, bei der die Kassenleistung gegengerechnet wird; 2 Gesellschaften setzen ausdrücklich erst auf dem an, was nach der Kasse offen bleibt. Wie sich die beiden Bauarten sonst noch auswirken, steht im Ratgeber Rechnung einreichen.
Das ist der Punkt, an dem ein lückenhaftes Heft aus einer Kassenfrage eine Tariffrage wird. 8 Tarife von 5 Gesellschaften machen den eigenen Erstattungssatz vom nachgewiesenen Vorsorgeverhalten abhängig. Die letzte Spalte übersetzt den Prozentpunktabstand in Euro — bezogen auf dieselbe Rechnung wie oben.
| Tarif | Satz ohne Nachweis | Satz mit Nachweis | Beitrag mit 40monatlich | Abstand bei 764,00 € |
|---|---|---|---|---|
| ARAG Dent100 | 90 % | 100 % | 37,36 € | 76,40 € |
| ARAG Dent90 | 80 % | 90 % | 25,99 € | 76,40 € |
| Continentale ProfiVorsorge CEZP-U | 80 % | 90 % | 27,75 € | 76,40 € |
| LKH ZahnUpgrade 90+ | 90 % | 100 % | nicht veröffentlicht | 76,40 € |
| die Bayerische ZAHN Komfort | 80 % | 90 % | 20,40 € | 76,40 € |
| Concordia Zahnersatz (Tarif ZT) | 80 % | 85 % | 11,56 € | 38,20 € |
| Concordia Zahnersatz inkl. Zahnbehandlung (Tarife ZT und ZB) | 80 % | 85 % | 21,47 € | 38,20 € |
| LKH ZahnUpgrade 70+ | 70 % | 75 % | nicht veröffentlicht | 38,20 € |
Aus den Tarifunterlagen der Gesellschaften, Stand 12. September 2026. Die Bedingungen knüpfen den höheren Satz teils an fünf, teils an zehn lückenlose Jahre; maßgeblich ist der Wortlaut Ihres eigenen Tarifs. Wo kein Beitrag veröffentlicht ist, steht kein Wert — gerechnet wird er im Tarifvergleich für Ihr Eintrittsalter.
Der größte Abstand in dieser Liste beträgt 10 Prozentpunkte. Auf eine Rechnung von 764,00 € sind das 76,40 €, auf eine Implantatversorgung am oberen Ende der im Bestand geführten Preisspanne von 5.000 € bereits 500,00 €. Der Kassenanteil dagegen ist gedeckelt: Er fällt nie um mehr als einen niedrigen dreistelligen Betrag, gleichgültig wie teuer die Versorgung wird. Prozentpunkte skalieren mit der Rechnung, Festbeträge nicht — das ist der ganze Unterschied.
5 Gesellschaften verzichten im Vergleich ausdrücklich auf den Nachweis — bei ihnen steht der Erstattungssatz fest, gleichgültig wie oft Sie in den letzten Jahren zur Kontrolle waren. Aufgeführt ist je Haus die stärkste Stufe, sortiert nach dem Monatsbeitrag mit 40 Jahren.
| Tarif | Zahnersatz | Beitrag mit 40monatlich | Reichweite des Verzichts |
|---|---|---|---|
| ARAG Dent90+ | 90 % | 29,33 € | nur diese Stufe der Serie |
| Janitos JA dental 100plus | 100 % | 34,06 € | 3 Stufen der Serie |
| INTER QualiMed Z Premium Plus (Tarif Z90Plus) | 90 % | 37,47 € | nur diese Stufe der Serie |
| bessergrün Zahnzusatzversicherung (INTER QualiMed Z Premium Plus) | 100 % | 37,47 € | nur diese Stufe der Serie |
| HUK-COBURG Zahnzusatz Pro100 | 100 % | 43,40 € | 3 Stufen der Serie |
Bemerkenswert ist die letzte Spalte. Bei einem Teil der Häuser gilt der Verzicht für die ganze Tarifserie; bei anderen steht neben Stufen mit Nachweisbedingung eine einzelne Stufe, die ohne sie auskommt — meist die teuerste. Wer sein Heft nicht führt, kauft dort also nicht nur eine höhere Leistung, sondern vor allem die Abwesenheit einer Bedingung. Ob sich dieser Aufpreis rechnet, hängt daran, wie oft Sie größere Versorgungen erwarten: Bei einer einzigen Krone in zehn Jahren ist der Beitragsunterschied schnell größer als der Prozentpunktabstand.
Nein, und diese beiden Dinge werden fast immer verwechselt. Das Bonusheft belegt Ihr Vorsorgeverhalten und bestimmt die Höhe des Festzuschusses. Die Kassenvorleistung belegt, dass für diese eine Rechnung überhaupt eine gesetzliche Leistung geflossen ist. Wer sein Heft nicht geführt hat, bekommt trotzdem einen Festzuschuss — und damit eine Kassenvorleistung.
Bedeutsam wird der Unterschied für Menschen, die bei einer Praxis ohne Kassenzulassung behandelt werden oder die den Bescheid der Kasse schlicht nicht mitschicken. Dann greift eine ganz andere Klausel: 4 Gesellschaften senken in diesem Fall den Erstattungssatz auf Werte zwischen 35 und 70 Prozent — ein Einschnitt, der den Bonusheft-Abstand um ein Vielfaches übersteigt. Wie sich das im Abrechnungsalltag vermeiden lässt, steht unter Rechnung einreichen.
Das Bonusheft wirkt auf die Höhe des Kassenanteils und in einigen Tarifen zusätzlich auf Ihren Erstattungssatz. Der Kassenbescheid wirkt auf die Frage, ob der reguläre Satz überhaupt zur Anwendung kommt. Das erste lässt sich über Jahre aufbauen, das zweite entsteht mit jeder einzelnen Behandlung neu.
Aus den Zahlen oben folgt eine Reihenfolge, die sich von der üblichen Tarifsuche unterscheidet. Der Prozentsatz auf dem Deckblatt steht darin nicht an erster Stelle.
Prüfen Sie, ob der Satz auf die Rechnungssumme oder auf den nach der Kasse offenen Rest angewendet wird. Diese eine Angabe entscheidet darüber, ob Ihr fehlender Bonus überhaupt bei Ihnen ankommt — und sie steht nicht im Werbetext, sondern im Leistungsverzeichnis.
Gesucht sind Formulierungen wie „bei nachgewiesener Vorsorge" oder „mit lückenlosem Bonusheft". Wo sie fehlen, ist der Satz unbedingt. Wo sie stehen, gilt der beworbene Prozentsatz nur für den besseren der beiden Fälle.
Ein Tarif ohne Nachweisbedingung kostet oft etwas mehr. Ob sich das lohnt, ergibt sich aus dem Prozentpunktabstand mal der Rechnung, die Sie realistisch erwarten — nicht aus dem Abstand der Monatsbeiträge allein.
Die Zählung beginnt mit dem nächsten Kalenderjahr neu und verlangt einen Termin. Selbst wenn Ihr Tarif den Nachweis nicht braucht: Der höhere Kassenanteil bleibt Ihnen erhalten, und bei einem späteren Tarifwechsel steht die Bedingung womöglich wieder im Vertrag.
Welcher Tarif in Ihrem Alter überhaupt infrage kommt und ob eine Annahme realistisch ist, rechnet der Tarifvergleich mit wenigen Angaben aus. Tagesaktuelle Beiträge samt Online-Abschluss stehen im Beitragsrechner.
Ja. Kein verglichener Anbieter verlangt ein geführtes Bonusheft als Voraussetzung für den Abschluss — gefragt wird nach dem Zustand Ihrer Zähne, nicht nach Ihrer Terminhistorie. Das Heft entscheidet ausschließlich darüber, wie viel Geld später fließt, und bei einem Teil der Tarife auch darüber, von wem.
Auf Seiten der Kasse liegt der Ausfall je nach Befund zwischen 13,25 € und 154,44 € je Versorgung. Bei einem Tarif, dessen eigener Satz am Nachweis hängt, kommt ein Vielfaches davon hinzu, weil dort nicht ein Festbetrag, sondern ein Prozentsatz der gesamten Rechnung wegfällt.
Am besten passt ein Tarif, dessen Satz nicht an den Nachweis gebunden ist und der zugleich auf die Rechnungssumme rechnet. Ausdrücklich ohne Bonusheft-Bedingung arbeiten 5 Gesellschaften im Vergleich, darunter ARAG, Janitos, INTER. Welcher davon in Ihrem Alter der günstigste ist, hängt am Eintrittsalter.
Für die Kassenleistung auf jeden Fall, denn die Zählung startet mit dem nächsten Kalenderjahr neu und kostet nur einen Kontrolltermin. Für die Erstattung kommt es auf den Tarif an: Hängt dessen Satz am Nachweis, holen Sie mit demselben Termin zusätzlich Prozentpunkte zurück. Rechnet er ohnehin auf die Rechnungssumme, ändert der Termin an Ihrer Erstattung nichts — wohl aber am Zuschuss der Kasse.
Die Bonusstufen der gesetzlichen Kasse gelten nur für Zahnersatz. Prophylaxe und Kieferorthopädie folgen eigenen Regeln und kennen keine Bonusstufe. Bei den Tarifen sieht es anders aus: Einzelne Gesellschaften ziehen die Nachweisbedingung auch über die Zahnbehandlung, sodass ein lückenhaftes Heft dort ebenfalls Prozentpunkte kostet.
Nur wenn Ihr Tarif seinen Satz daran knüpft — dann verlangt die Gesellschaft den Nachweis im Leistungsfall, üblicherweise als Kopie der Stempelseiten oder als Bestätigung Ihrer Praxis. Tarife ohne diese Bedingung fragen das Heft nicht ab. Der Bescheid Ihrer Kasse über den gezahlten Festzuschuss gehört dagegen in jedem Fall zu den Unterlagen.
Nennen Sie uns Ihr Alter und den Stand Ihrer Vorsorge. Zurück kommt eine Auswahl der Tarife, deren Erstattung nicht an einem Stempel hängt, mit Beitrag und einer Einschätzung zur Annahme. Für Sie entstehen dabei keine Kosten, und der Monatsbeitrag bleibt derselbe, den die Gesellschaft auch im Direktgeschäft aufruft.